Erfolgreiche Kampagne gegen die Sarrazin-Lesung in Wismar

Protestkundgebung begleitete Lesung Thilo Sarrazins

Am Dienstag, den 11. September 2012, um 19:30 Uhr fand eine Veranstaltung im
Wismarer Zeughaus mit dem Rassisten Thilo Sarrazin statt. Währenddessen
veranstaltete die Kampagne „Kein Landgang für Rassisten! – Thilo Sarrazin über die Planke schicken!“ eine Kundgebung in unmittelbarer Nähe des Zeughauses.

„Die Kampagne ,Kein Landgang für Rassisten! – Thilo Sarrazin über die Planke schicken‘ hat ihr Ziel nicht verfehlt. Es wurde richtig gestellt, dass die ausverkaufte Sarrazin-Lesung kein Anlass zur Freude ist.“, so Lisa Sprengel, Pressesprecherin der Kampagne.

Die ursprünglich direkt vor dem Zeughaus angemeldete Kundgebung „Fischköppe gegen Dummköppe!“ sowie die zweite auf dem Zeughaushof von der Kampagne „Kein Landgang für Rassisten!“ wurden kurzfristig am 10.09.2012 durch die Ordnungsbehörden in Richtung Stadthafen abgedrängt und mit weiteren Auflagen belegt- wie ein Verbot für den Lautsprecherwagen. Durch Diskussionen und entgegenkommen der Anmelder konnte ein Kompromiss gefunden werden.

Unmittelbar vor Kundgebungsbeginn einigten sich die Anmelder auf eine Zusammenlegung beider Protestkundgebungen auf der Ulmenstraße. Lisa Sprengel dazu: „Solch eine spontane Zusammenarbeit ist ein gutes Beispiel für die Offenheit und Anschlußfähigkeit an unsere Kampagne. Daran hätten sich auch die lokalen Politiknetzwerke besser beteiligen können.“

Zu den von Stadt, Polizei und Presse befürchteten Krawallen und Ausschreitungen in der kleinen Hansestadt Wismar ist es nicht gekommen. Trotz der medialen Hetze gegen die antirassistische Kampagne „Kein Landgang für Rassisten! – Thilo Sarrazin über die Planke schicken!“, den in der Ostseezeitung herbeifantasierten Gewaltexzessen und dem schlechten Wetter fanden sich gegen 18.30 Uhr die ersten Teilnehmer_innen am Kundgebungsort ein.
Auch eine Gruppe NPD- nahe Neonazis vermochten nicht die Kundgebung zu stören und zog unvollrichteter Dinge in Richtung Hafen ab.
Im Verlauf der Kundgeung wurden mehrere Transparente sowie antirassistische Spruchbänder entrollt, Informationsmaterialien verteilt und Redebeiträge sowie Gedichte vorgetragen. Mit etwas Reggae-Musik tanzten sich die ca. 50 Teilnehmer_innen warm und zeigten den Schaulustigen und Zuschauer_innen der Sarrazin-Lesung lautstark, dass sie keine Lust auf Veranstaltungen mit Rassisten haben – weder in Wismar noch anderswo.

Erst nach Beendigung der Kundgebung verließen die- größtneteils durch den Hintereingang hineingekommenen- Zuschauer_innen das Zeughaus durch den Haupteingang.
Viele Zuhörer_innen waren erzürnt, dass immer noch Flugblätter gegen Sarrazin verteilt wurden und reagierten teils aggressiv. „Verpisst euch!“ gehörte hier noch zur „gehobeneren“ Tonart. Die engagierten Verteiler_innen ließen sich von den Provokationen nicht beirren und setzten die Aktion gewohnt locker fort. „Die Reaktion der Gleichstellungsbeauftragten, Petra Steffan, auf die Flyeraktion – ein kurzes Zusammenknüllen und Wegwerfen eines Informationsblattes – bleibt bei den Unterstützer_innen der Kampagne als Zeichen der Neugierde, Toleranz und Weltoffenheit Wismars in Erinnerung.“, so Sprengel.

In den nächsten Monaten werden wir weiterhin mit Informationsveranstaltungen, die sich vorrangig um Rechtspopulismus, aber auch um die Themen Ausgrenzung und Rassismus drehen, Aufklärungsarbeit leisten. Eine Zwischenbilanz zieht Lisa Sprengel: „ Die Kampagne ,Kein Landgang für Rassisten!‘ hat den homogen positiven Blickwinkel auf die Sarrazin-Lesung und seine Ausgrenzungstheorien entschärft. Es ist lobenswert, dass so viel Menschen aus unterschiedlichen Spektren an den Protesten mitwirkten. Der Hansestadt und allen anderen Organisator_innen von rechtspopulistischen und rassistischen Veranstaltungen werden wir auch in Zukunft unser antirassistisches Engagement entgegenstellen.“

Update!- Kundgebungen finden definitv statt!

Die Auflagen für die Kundgebung stehen fest. Dabei wurde nach einigen Diskussionen mit dem Ordnungsamt beschlossen, dass die eine Kundgebung um ein paar Meter verschoben wird. Sie findet jetzt an der Ecke Ulmenstr. – Claus-Jesup-Str. auf der Ulmenstr. statt.

Um den Standort der zweiten Kundgebung, die ursprünglich auf dem Hinterhof des Zeughauses stattfinden sollte, wird noch diskutiert. Sollten wir neue Angaben haben, werden wir euch selbtsverständlich informieren. Die Karte wird noch aktualisiert.

Die Redebeiträge sind fertig, die Transpis sind gemalt und die Stimmung ist positiv!

Also kommt alle morgen zu den Kundgebungen!

Wir bringen den Protest vor’s Haus – und dahinter!

Kundgebungen in Wismar

Am 11. September 2012 finden in Wismar im Zuge der Sarrazin- Lesungen ab 18:30 Uhr Kundgebungen statt. Lasst uns lautstark den Veranstaltern, den zahlenden Zuschauer_innen und der Hansestadt Wismar zeigen, dass wir es nicht einfach hinnehmen, wenn rassistische Veranstaltungen stattfinden.

Der Rassist Thilo Sarrazin will am 11. Sepbtember 2012 sein neues Buch „Europa braucht den Euro nicht!“ im Wismarer Zeughaus vorstellen. Die Veranstaltung findet guten Anklang bei einem Teil der Wismarer Bevölkerung und war schon nach 2 Tagen restlos ausverkauft.
Die Kampagne „Kein Landgang für Rassisten!- Thilo Sarrazin über die Planke schicken!“ hat mit Flyer-, Plakataktionen und Veröffentlichen diverser Pressemitteilungen auf das Problem aufmerksam gemacht. Wir zeigen Diskrepanzen zwischen dem Anspruch der städtischen Imagekampagne „Neugierig. Tolerant. Weltoffen.“ und deren Realität auf. Der Veranstalter- Buchhandlung Weiland- ist designierter Unterstützer von „Neugierig. Tolerant. Weltoffen.“ Die Hansestadt Wismar, als Initiator dieser Imagekampagne, stellt die Räumlichkeiten für diese Veranstaltung zur Verfügung.
Vom 16.09.2012 bis 1.10.2012 veranstaltet die Hansestadt Wismar die jährliche „Interkulturelle Woche“. Eine Woche vorher ist bei der sich mit neugierig tolerant und weltoffen rühmenden Hansestadt „interkulturell“ anscheinend nicht so beliebt.
Die Aussagen der städtischen Imagekampane sind scheinbar doch mehr leere Worte zum Fischen neuer zahlungswilliger Touristen und Wirtschaftsinvestoren, als konkrete Positionierung für eine tolerante und weltoffene Gesellschaft ohne Ausgrenzung.

Darüber wollen wir unseren Unmut äußern.

Mit Kundgebungen werden wir am 11. September 2012 unseren Protest auf die Straße tragen. Vor und hinter dem Wismarer Zeughaus werden wir Thilo Sarrazin empfangen. Lautstark werden wir mit Musik, Infotischen und Redebeiträgen auf uns aufmerksam machen und über Rassismus aufklären. Also bringt Leute, gute Laune und kreative Ideen mit. Gemeinsam bringen wir unseren Unmut auf die Straße.

Wir fordern weiterhin:

Rassismus darf in unserer Gesellschaft kein Platz mehr haben.
Keine Veranstaltung mit Thilo Sarrazin und anderen Rassisten, weder in Wismar noch anderswo!
Schicken wir gemeinsam Sarrazin über die Planke! Kein Landgang für Rassisten!

Hansestadt Wismar vermietet Raum für ­ Rassisten

Stadtverwaltung ermöglicht Lesung Thilo Sarrazins

Am 11. September 2012 soll auf Einladung der Wismarer Buchhandlung „Weiland“ eine Lesung mit dem Rassisten Thilo Sarrazin im städtischen Zeughaus stattfinden.
Der Veranstaltungsraum wird von der Hansestadt Wismar vergeben – Initiator der Imagekampagne „Neugierig. Tolerant. Weltoffen.“, die sich „gegen Gewalt, Extremismus, Ausländerfeindlichkeit und Fremdenhass“* einsetzt.
Das Bündnis „Kein Landgang für Rassisten“ fordert die ersatzlose Veranstaltungsabsage.

Im Jahr 2007 ruft die Hansestadt Wismar die Imagekampagne „Neugierig. Tolerant. Weltoffen“ ins Leben. Nach bekannt werden diverser Naziaktivitäten im Raum Wismar und darauf steigendem medialem Druck, möchte man „es nicht zulassen, dass eine kleine Minderheit von gewaltbereiten Extremisten und Anhängern der rechten Szene den Ruf [der] Stadt beschädigen!“* Die Kampagne unterstützt unter anderem „ein friedliches Zusammenleben der Menschen unabhängig von Rasse, Religion und Kultur“* und möchte den „Kindern und Jugendlichen die Gefahr, die von menschenverachtenden und rassistischen Weltanschauungen ausgeht, verdeutlichen“*.

Unter dem Aufhänger „Europa braucht den Euro nicht“ soll nun der Abend des
11. September im stadteigenem Zeughaus Wismar verlaufen. Thilo Sarrazin, Ex-Bundesbank-Vorstandsmitglied und SPD-Genosse, will dort sein aktuelles Buch präsentieren und dem Publikum im Anschluß Rede und Antwort stehen. Dass Sarrazin in seinen Äußerungen immer wieder auf stigmatisierende, rassistische und menschenverachtende Thesen zurückgreift, bleibt hier völlig unberücksichtigt.

Veranstalter des Abends ist die Wismarer Buchhandlung „Weiland“. Der Filialleiter Volker Stein – wie viele andere designierter Unterstützer der städtischen Imagekampagne „Neugierirg. Tolerant. Weltoffen.“ – rechnet es Sarrazin als Verdienst an, „dass er Debatten über unbequeme Wahrheiten und Zustände anstößt“**.

So zu tun, als gäbe es gesellschaftliche Tabuthemen, ist ignorant und dient dem Rechts- Populismus Sarrazins als Nährboden. Die Pressesprecherin Lisa Sprengel der Kampagne „Kein Landgang für Rassisten“ äußert sich empört: „Es ist ein Skandal, dass die Hansestadt Wismar, wider der eigenen Kampagne, ihre Räume für rassistische Hetze vermietet.“ Die Kampagne „Kein Landgang für Rassisten“ fordert die Hansestadt Wismar auf, das Mietverhältnis mit der Buchhandlung Weiland zu kündigen. Auch ein mögliches Ausweichen der Lesung auf andere Veranstaltungsorte stellt keine Option dar. Rassismus darf in unserer heutigen Gesellschaft kein Podium geboten werden.

Deshalb fordern wir weiterhin:

Keine Veranstaltung mit Thilo Sarrazin und anderen Rassisten, weder in Wismar noch anderswo!
Schicken wir gemeinsam Sarrazin über die Planke! Kein Landgang für Rassisten!

* Quelle: Resolution der Wismarer Kampagne „Neugierig. Tolerant. Weltoffen“
**Quelle: Ostseezeitung Wismar vom 15.05.2012

Mal was zum Angucken

Hier haben wir eine kleine Auswahl an interessanten Videoclips über Thilo Sarrazin zusammengestellt. Schaut sie euch einfach mal an

Schafft Deutschland sich ab? – Die Kontroverse Thilo Sarrazin
Ein Beitrag vom Fernsehsender RBB: kommentiertes Interview mit Thilo Sarrazin.

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Aspekte- Thilo Sarrazin
Die ZDF HD- Sendung Aspekte begleitet Thilo Sarrazin bei einem Spaziergang durch Berlin- Kreuzberg.

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Report Mainz – Udo Voigt über Thilo Sarrazin
Was sagt eigentlich die NPD zum Rassisten Thilo Sarrazin? Hier ein kleines Statement von Udo Voigt bei der ARD- Sendung Report Mainz.